Food for Future [Rezension]

Dankenswerterweise erhielt ich das Buch „Food for Future“ (Martin Kintrup) als Rezensionsexemplar. Dies beeinflusst jedoch nicht meine persönliche Meinung!

Kochen mit gutem Gewissen – wirklich?

Martin Kintrup entwickelte für sein Buch „Food for Future“ über 100 Rezepte, die klimafreundlichen Genuss versprechen. Etwas Essen und dabei die Umwelt schonen klingt gut, oder?  Das Buch machte mich sofort neugierig und ich wollte einen genaueren Blick hinein werfen. Dabei übersah ich glatt, dass dieses Buch auch Gerichte mit „nachhaltigem“ Fisch und Fleisch beinhaltet. Wer bereits tiefer in das Thema Nachhaltigkeit eingestiegen ist, wird wissen, dass ein weniger an Fleisch schon ein riesen Schritt ist, aber im Jahr 2020 eben nicht mehr ausreicht. Daher eignet sich dieses Buch in meinen Augen eher für die Menschen, die gerade erst damit beginnen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auf dem Teller zu beschäftigen. Aber immer der Reihe nach!

„Food for Future“ von Martin Kintrup – die Basics

Das restlos gute Kochbuch: Nachhaltig, klimafreundlich und lecker
Mehr als 100 Rezepte und zahlreiche Tipps für einen umweltfreundlichen Alltag
für Einsteiger und Fortgeschrittene
Erscheinungstermin: 27. April 2020
ISBN: 978-3-517-09899-9

 

 

 

 

Wer ist der Autor? 

Schon als Kind war Martin Kintrup erfinderisch und entwickelte schmackhafte Gerichte mit viel frischem Grün aus dem eigenen Garten. Während des Studiums jobbte er in einem vegetarischen Restaurant und kochte mit seinen WG-Freunden, seit 2004 schreibt er Kochbücher. Sein Markenzeichen: kreative, würzige und kräuterfrische Rezepte, inspiriert durch den eigenen Garten. (Quelle: https://www.zsverlag.de/autor/martin-kintrup/)

Worum geht es im Buch?

„Food for Future“ soll uns das nötige Rüstzeug an die Hand geben, um unsere Ernährung nachhaltig(er) gestalten zu können. Daher finden wir im Buch theoretische Grundlagen, praktische Tipps und viele Rezepte. Viele Gerichte sind vegetarisch oder vegan. Bei allen Rezepten wird Wert auf Regionalität, Saisonalität und Bioqualität gelegt. 

Mein ganz persönlicher Eindruck – Meckern auf hohem Niveau

Der Blick ins Buch beginnt mit dem Griff danach. Das Buch fast sich gut an, liegt angenehm schwer in der Hand und wirkt durch und durch hochwertig! Während ich noch ziellos darin herumblättere, fällt mir positiv auf, dass nicht jedes der Rezepte auf einem übergroßem Hochglanzbild präsentiert wird. Auf manchen Seiten finden sich mehrere Rezepte zusammen gefasst. Das spart Platz und Ressourcen. Alles ist übersichtlich und ich sehe sofort, ob ein Gericht vegan, vegetarisch ist oder eben Fleisch/Fisch enthält.

Kapitel 1 verrät Tipps, Tricks und praktische Ratschläge für eine grüne Küche. Es geht um die Küchenausstattung, die Gestaltung des Einkaufes und auch um die Lebensmittel an sich. Mir fällt direkt auf: moderne Geräte werden auf Grund ihres geringeren Stromverbrauches empfohlen. Das klingt erstmal offensichtlich und logisch. Dennoch stelle ich mir die Frage, ob ein neuer stromsparender Kühlschrank so viele Ressourcen mehr schont, dass sich seine Produktion wieder rechnet, wenn ich doch noch ein altes Gerät habe? Ist das eine Milchmädchenrechnung? Mit Mathe und Zahlen habe ich es nicht so, aber ich weiß: neue Geräte benötigen für ihre Herstellung Unmengen an Ressourcen! Mir fehlt ein Hinweis darauf, dass sich oft auch moderne Geräte aus zweiter Hand beschaffen lassen. Ebenso wenig Neues bietet, mir persönlich, der Bereich mit Tipps und Tricks zum Thema Einkauf und Lebensmittel. Das Buch wird beworben mit dem Slogan „Für Einsteiger und Fortgeschrittene“ – wirklich neue Informationen finde ich dort aber nicht. Lediglich als kleine Erinnerung, als „Ach ja, in den Hofladen könnte ich mal wieder gehen“ funktioniert dieser Bereich für mich. Menschen, die sich vorher noch nicht mit dem Thema Nachhaltigkeit auf unserem Teller auseinander gesetzt haben, werden vielleicht dort fündig. Allerdings auch nur, wenn sie zuvor noch nicht das Suchwort „Nachhaltigkeit“ in die Sozialen Medien getippt haben. 

Der Rezeptteil – es wird lecker!

In den Kapiteln zu den Rezepten hingegen werde ich fündig und finde eine Menge Leckereien, die ich unbedingt mal ausprobieren will! Klingt die vegane Thymian-Nuss-Butter nicht ultra lecker? Serviert wird sie zu Pasta und macht definitiv Lust sich direkt in die Küche zu stellen. Ähnlich ging es mir bei den Rezepten zur vegetarischen Harira sowie zum „The famous Veggie-Burger“. Doch bei letzterem kann ich (wieder) auf hohem Niveau meckern: dieses Rezept ist als vegetarisch/vegan gekennzeichnet und das Buch (wir erinnern uns) für Einsteiger und Fortgeschrittene gekennzeichnet. Wenn ich jetzt als Einsteiger auch das Burgerbrötchen vegan herstellen möchte, finde ich keinen Hinweis auf den möglichen Eiersatz! Mir fällt auf, dass es bei dem Buch „Food for Future“ genau an diesen Kleinigkeiten scheitert. In diesem Rezept müsste lediglich das Ei ersetzt werden und es wäre komplett vegan! 

Zum Ende des Rezeptteils finden wir ein Kapitel, dass sich um vermeintliche Reste kümmert. Hier finden wir unter anderem Rezepte mit Radieschenblättern und Kürbiskernen. Sie alle machen Lust sich in die Küche zu stellen und in Töpfen zu rühren. 

Sind Fleisch und Fisch, neben Milchprodukten im Jahr 2020 wirklich noch nachhaltig?

Mitten im Buch finden sich Rezepte mit Fleisch und Fisch. Dazwischen jeweils ein kleiner Bereich in dem der Autor erklärt, wie der Konsum von Fleisch und Fisch nachhaltig funktionieren kann. Das (gekürzte) Fazit des Autors zum Thema Fleisch ist:

Fleisch sollte nicht geächtet, sondern mehr geschätzt werden […] (Quelle: Food for Future, 2020) 

Ehrlich? Wenn ich als Mensch Fleisch schätze, lasse ich es an dem Tier! Und zwar lebend. Denn neben all den Aspekten rund um Nachhaltigkeit und Umweltschutz – auch Tiere vom Biobauernhof und Wildtiere wollen leben! 

Ein runder Abschluss

Das letzte Kapitel des Buchs bietet bei all meinem Unverständnis zum Thema Fleisch und Fisch einen runden Abschluss. Hier dreht sich alles um die kleinen aber wirksamen Dinge, die jeder von uns tun kann, um nachhaltiger zu leben: Vorräte richtig lagern, ein Insektenhotel aufstellen und selbst ein paar Lebensmittel anbauen. Außerdem gibt es einen kurzen Einblick in gemeinschaftliches Gärtnern, der Lust auf mehr macht. 

Mein persönliches Fazit – würde ich das Buch kaufen?

Ich mache es kurz: Nein. Es liegt keines Wegs an der Aufmachung des Buches. Es ist übersichtlich gestaltet und spricht mich insgesamt vom Design direkt an. Die Foodfotos und Rezepte machen Lust direkt in der Küche loszulegen. Insgesamt wirkt das Buch sehr hochwertig!

Dennoch: Hätte ich gewusst, dass sich in diesem Buch auch Rezepte mit tierischen Produkten befinden, ich würde es im Buchhandel liegen lassen, bzw. nicht als Rezensionsexemplar anfragen. Als Fortgeschrittene im Bereich Nachhaltige Ernährung fühle ich mich zu wenig abgeholt. Dieses Buch richtet sich in meinen Augen an die absoluten Anfänger. An jene, die (erstmal) tierische Produkte reduzieren wollen. 

Und jetzt?

Jetzt werde ich ein paar der Rezepte ausprobieren – natürlich die veganen. Ein paar vegetarische Rezepte werde ich veganisieren. Und dann werde ich das Buch an die Bücherei spenden. Denn: Sharing is Caring und vielleicht guckt so ja doch der ein oder andere Mensch hinein und lässt sich inspirieren. 

Noch mehr Bücher!

Ihr habt Lust auf noch mehr Lesestoff? Ich hab noch mehr für euch rezensiert:

„Bin im Garten“ von Meike Winnemuth

„Das Zero Waste Nähbuch“

Schreibe einen Kommentar