5 Gründe, warum meine Kinder kein Taschengeld bekommen

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Taschengeld ja oder nein? Keine leichte Entscheidung

Das Hinterfragen von Taschengeld scheint ein Tabu zu sein. (Genauso wie Geld im Allgemeinen in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabu ist, aber das ist ein anderes Thema) Und vielleicht lehne ich mich damit aus dem Fenster, wenn ich nun mitteile, dass unsere Kinder kein Taschengeld (mehr) bekommen. Ja, richtig gelesen!

In meinen Augen ist das Thema Taschengeld, genau wie der Kita- und Schulbesuch und 100 anderer Themen, eine sehr individuelle Entscheidung, die jede Familie für sich entscheiden sollte. Dennoch beobachte ich, dass viele Familien ihren Kindern einfach so viel Geld geben, wie es die anderen Familien in ihrem Umfeld eben auch tun. (Wie viel Taschengeld bekommt denn der Sohn von den Müllers? Und hat Sophie schon ein Girokonto?) Der Rest wird bei diesem Thema gern vernachlässigt. Daher möchte ich heute einen Anreiz geben, das Thema Taschengeld insgesamt einmal zu hinterfragen. 

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5 Gründe, warum unsere Kinder kein Taschengeld bekommen

  1. Die (empfohlenen) Summen für Taschengelder sind zu klein!
    Ja, richtig gelesen. Trotz der bei vielen Kindern ganz enormen Belastung für das Haushaltsgeld, sind die empfohlenen Beträge für das Taschengeld in meinen Augen zu klein. Ganz konkret bedeutet dies für uns: Kind1 würde laut Empfehlung zwischen 13 und 16 Euro (monatlich) bekommen – das reicht nicht einmal für ein Buch ODER einen Kinobesuch mit Popcorn – im Monat! Das reale Ausleben der Hobbies wird vom „eigenen Geld“ also enorm schwierig. Für Kind2 bedeutet es in unserem Fall 50 Cent pro Woche. Jetzt mal ehrlich: was gibt es für 50 Cent? Für eine einzige Zeitschrift (im Wert von 2,50€) müsste unser Kind also 5 Wochen sparen! Das ist ein Zeitraum, den er noch gar nicht überblicken kann. (Die Empfehlungen findest du übrigens hier)
  2. Die Inflation und andere finanzielle Veränderungen werden nicht berücksichtigt – eine Schwierigkeit für Geschwister!   
    Besonders wenn die Geschwister einen großen Altersabstand haben (wie bei uns), gibt es einfach Unterschiede, wie viel die Summe des Taschengeldes im Endeffekt noch wert ist. Die Preise in den Geschäften verändern sich laufend. Und noch ein Punkt kommt hinzu: Bei Kind1 kann die finanzielle Situation im Alter von 10 Jahren eine völlig andere sein, als zu dem Zeitpunkt, wenn Kind2 10 Jahre alt wird. Kann ich in beiden Situationen wirklich gleich viel Geld zur kindlichen Verfügung stellen? Und obwohl viele Kinder diese Situation sogar kognitiv verstehen – die Gefühle bleiben. Streit, Frust, Traurigkeit und Wut sind in einer solchen Situation nicht selten vorprogrammiert und können die betroffenen Kinder ein Leben lang prägen. Daher steht Kommunikation beim Thema Geld unbedingt an erster Stelle!
  3.  Jedes Kind ist anders – die Ausgaben auch
    Wonach wird eigentlich entschieden, welche Dinge vom Taschengeld gezahlt werden müssen und welche nicht? Welches Kind darf welche Kosten verursachen ohne ins „eigene“ Portemonnaie greifen zu müssen? Nehmen wir mal an Kind1 möchte zum Turnen und beschäftigt sich ansonsten am liebsten draußen, mit Stock und Stein. Kind2 aber möchte zum Reitunterricht, hat einen enormen Bedarf an Büchern und möchte dann auch noch zum Fußballtraining? Wonach würdest du entscheiden, welche Kosten von den Kindern selbst getragen werden sollen? Kinder haben ein feines Gespür dafür, gerade in Geldangelegenheiten, welches Geschwisterchen „mehr“ und welches „weniger“ für sein Geld bekommt. Von daher gilt bei uns: jedes Kind bekommt das, was es braucht und ihm gut tut, aus dem Inhalt der Familienkasse! Und genau das vermitteln wir – wodurch wir beim nächsten Argument landen.
  4. Nicht der Preis entscheidet, sondern der Wert oder anders gesagt: Erlebnis vor dem Konsum
    Deine Kinder werden sich nicht daran erinnern, wie viele Zeitschriften oder Spielzeuge sie sich kaufen konnten. Sie werden sich viel mehr daran erinnern (und auch viel mehr für die Zukunft daraus lernen!) wenn gemeinsam entschieden wird, was mit dem Geld der Familie passiert! Natürlich ist mir dabei bewusst, dass das jeweilige Familiengeld nicht jeden Monat für alle Bedürfnisse reicht! Dann überlegen und diskutieren wir. Aber vor allem: wir suchen gemeinsam nach Lösungen! Ein Beispiel: mein Geburtstag steht an und ich möchte gern ein paar Freunde und Bekannte zum Grillabend einladen. Das kostet Geld. Zeitgleich wünschen sich beide Kids ganz dringend neue Bücher aus dem tollen Schaufenster. Unsere gemeinsame Lösung: statt neuer Bücher aus dem Schaufenster, organisieren wir gemeinsam ein Grillfest, das auch den Kindern Spaß macht (mit Lagerfeuer und Stockbrot) und einen langen Besuch in der großen Bibliothek einen Ort weiter. 
  5. Woher kommt eigentlich das Geld und welchen Raum nimmt es ein?
    Woher stammt eigentlich das Geld, das als Taschengeld bestimmt ist? Wie kommt diese ganz bestimmte Summe zustande? Hast du gemeinsam mit deinen Kindern überlegt oder nach Liste mehr oder weniger willkürlich entschieden? Besprecht ihr, wie viel Arbeit in diesem Geld steckt? Mein Wunsch ist es, dass meine Kinder selbst kreativ werden und Lösungen suchen, sollte die Familienkasse einmal nicht für die Wünsche ausreichen oder geeignet sein. Für richtig große Wünsche werden zum Beispiel die Geldgeschenke von den Großeltern gesammelt und gespart. Das Geld für bestimmte gemeinsame Wünsche wird langsam aber sicher mit Kleingeld zusammen gespart. So wie zuletzt für unser Zelt. Pünktlich zum Sommer war genug Geld drin. Perfekt!

Sag mir deine Meinung!

Ich bin so wahnsinnig gespannt darauf, wie du das Thema Taschengeld in eurer Familie handhabst! Verteilst du Taschengeld? Oder gibt es bei dir, genau wie hier, gute Gründe kein Taschengeld zu vergeben?

Lass mir einen Kommentar da! Ich freue mich auf den Austausch!

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