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Lebe ich wirklich nachhaltig? Ein etwas anderer Rückblick

Achtung, es wird persönlich!

Bevor es um das eigentliche Thema geht – „Lebe ich nachhaltig?“ – möchte ich an dieser Stelle eine kleine Warnung aussprechen. Dies wird nämlich ein sehr persönlicher Blogartikel, vielleicht der persönlichste, der hier je entstanden ist. Ich werde mich angreifbar machen und ich werde mich so mancher Kritik aussetzen (müssen). Denn auch wenn es hier rund um die Kommentare recht still geworden ist – unser Privatleben ist umso lauter. Da treffen Emails ein, da werden mehr oder (eher) weniger gut gemeinte Kommentare abgegeben, wenn ich wieder mal etwas falsch mache. Denn dadurch, dass ich offen mache, dass ich versuche auf die Umwelt zu achten, muss ich alles 100% richtig machen, oder?! Denn wenn schon Menschen „wie ich“ doch eh nur „so tun als ob“, dann müssen sie, also die anderen Leute, erst recht nicht auf die Umwelt achten, oder?

Woran kann ich messen, ob ich nachhaltig lebe?

Nachdem ich den persönlichen Aspekt deutlich gemacht habe und du augenscheinlich immer noch hier bist, stellen wir uns nun die Frage, ob ich wirklich nachhaltig lebe. Es ist nämlich so: manchmal komme ich mir wie ein Alien vor; manchmal bin ich einfach nur entsetzt, wie andere mit der Umwelt umgehen. Da sind dann aber auch genauso viele andere Momente. Da habe ich auf einmal ein „Klick“ im Kopf, wenn ich auf Instagram, auf Blogs etc. etwas Neues entdecke. Einen weiteren erhellenden Augenblick, der für mich als Ökotante doch schon lange hätte klar sein müssen. Da sind diese Momente, wo ich auf das Kassenband im Supermarkt schaue und feststelle: mein Einkauf ist ganz und gar nicht ökologisch. Da liegt Plastik auf dem Kassenband, Obst und Gemüse kommt heute nicht vom Biobauern um die Ecke… Sind meine Ansprüche zu niedrig, zu hoch oder gerade so im Mittelfeld?

Aber was bedeutet es überhaupt nachhaltig zu leben? Gibt es dazu Statistiken oder einen Test? Und was bedeutet nachhaltiger leben eigentlich für mich (und meine Familie) ganz persönlich? Um diese Fragen zu klären, muss es erstmal um andere Fragen gehen – um die Fragen zum Berechnen des ökologischen Fußabdrucks. Denn mit diesem Rechner kannst du schätzen lassen, wie groß oder klein dein ganz persönlicher ökologischer Fußabdruck ist. Es geht zum Beispiel darum, wie viel du mit dem Auto fährst, wie du dich ernährst oder wie stark du deine Wohnung heizt. All diesen Fragen habe ich mich gestellt und war von dem Ergebnis mehr als überrascht!

Mein ökologischer Fußabdruck beträgt laut (sehr ehrlicher) Berechnung 3,2 gha. Das bedeutet, dass wir 1,9 Erden bräuchten, wenn alle so leben würden, wie ich! Natürlich sind dies Hochrechnungen anhand von Durchschnittswerten – schockierende Hochrechnungen! Deutschland liegt durchschnittlich bei 5,0gha! Das heißt ich lebe zwar schon nachhaltiger als der Durchschnitt, aber immer noch nicht nachhaltig genug. Denn wie wir alle wissen, haben wir nur diese eine Erde. Nachhaltig zu leben wird beim Fußabdruck-Rechner übrigens mit 1,7gha angegeben. Davon bin ich noch weit entfernt. Das macht mich tatsächlich etwas traurig.

Ein wenig schön reden könnte ich mir das Ergebnis, in dem ich die Erhebung der Daten hinterfrage. Zwar wird gefragt, für wieviel Euro ich im Monat so meinem allgemeinem Konsum widme, es wird aber nicht genauer hinterfragt, wofür ich dieses Geld ausgebe! Es ist schließlich ein Unterschied, ob ich auf Flohmärkte tingle und secondhand-Ware zu Hause anhäufe, oder ob ich mir jeden Monat neue Kleidung leiste oder gar rauche. Oder etwa nicht? Ist dieser Unterschied etwa so gering, dass er keinen Unterschied macht? Doch! Ich bin davon überzeugt, dass der Unterschied da ist. Diese Daten werden nur nicht erfragt, weil die Umrechnung viel zu kompliziert wäre. Schließlich haben nur die wenigsten Menschen Lust, stundenlang am PC zu hängen, um einen virtuellen Wert der Nachhaltigkeit zu ermitteln… und es würde länger dauern, wenn ich bei der Berechnung mehr ins Detail gehen würde.

Als Fazit bleibt das traurige Gefühl, dass ich immer noch zu wenig für die Umwelt und gegen den Klimawandel mache. Es bleibt das Gefühl immer noch zu konsumorientiert zu sein und viel zu oft das Auto zu nutzen. Geht das auch anders? Bestimmt, ich könnte noch an einigen anderen Schrauben drehen. Doch ob ich mit meinem Lebensstil jemals die 1,7gha erreiche, die als Nachhaltigkeit angegeben sind? Wer weiß es schon? Aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert! Jeder Schritt zählt!

Extratipp: Du möchtest noch mehr persönliches von mir zum Thema Nachhaltigkeit lesen? Dann schau mal hier vorbei!

One Reply to “Lebe ich wirklich nachhaltig? Ein etwas anderer Rückblick”

  1. Hey,

    Um das Thema habe ich mir auch schon oft Gedanken gemacht, vor allem, als ich im Dezember so angegriffen worden bin, weil ich gegen Feuerwerk bin. Mein ökologischer Fußabdruck liegt sicher auch weit über den 1,7 gha. Ich kann es daher verstehen, dass du ein bisschen traurig bist – aber deine Einschätzung, dass auch die Datenerhebung nicht genau genug ist, würde ich so unterschreiben.

    Trotzdem finde ich es super, dass du dir immer weiter Mühe gibst! Ein bisschen besser als der Durchschnitt doch immer noch super im Vergleich zu Durchschnitt und darüber, oder?

    Liebe Grüße

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