Urlaub ohne Flugzeug – dafür mit Kind, Tante, Zug und Rad

Der Frühling ist da und viele Leute stecken in der Urlaubsplanung! Hast du schon eine Idee, wo es für dich hingeht? Nein? Wie wäre es denn mit einem schönen Radurlaub? Du hast zu viele „Aber…“ auf der Zunge? Dann lass dich durch meine Erfahrungen dazu inspirieren trotzdem auf’s Rad zu steigen!

Im letzten Jahr hatte ich nämlich die Gelegenheit eine weitere Etappe auf dem Nordseeküstenradweg zurück zu legen. Gemeinsam mit meiner „Schwiegertante“, unserem Kleinkind, meinem Übergewicht und ganz gewöhnlicher Ausstattung. Die An- und Abreise haben wir per Zug bewältigt. Du siehst: es sind keine Wunder nötig, um klimafreundlich zu reisen und hier in Deutschland wunderbare Erfahrungen zu sammeln.

Auf dem Nordseeküstenradweg – von Varel bis Hamburg

In mehreren Tagesetappen fuhren wir drei von Varel bis nach Hamburg. Mal führte unser Weg direkt am Deich, an Schafen und Rindern vorbei, mal durch riesige Industriegebiete und manchmal durch touristische Hochburgen. Oft hat uns der Weg in kleine Dörfer und vorbei an großen Bauernhöfen geführt. Es gab jeden Tag etwas Neues zu entdecken und uns wurde nie langweilig. Wir entdeckten zum Beispiel einen Dorfladen, der nur bestehen kann, weil er durch Ehrenämter unterstützt wird. Dort haben wir eine lange Pause eingelegt und wurden mit belegten Brötchen versorgt. In anderen Orten gibt es immer wieder ein „Melkhus“, das zum Verweilen einlädt. Da wir viel Zeit für unsere Etappen hatten, legten wir immer wieder längere Pausen ein. So konnte der Kleine mal aus seinem Radanhänger raus und sich ordentlich austoben und wir konnten ein wenig verschnaufen. Besonders gut hat unserem Sohn natürlich die ausgiebige Pause im Zoo in Wingst gefallen.

Manchmal haben wir uns mit dem Weg etwas schwer getan. Nicht, weil uns die Puste ausging, sondern weil wir auf dem platten Land, abseits der touristischen Hochburgen, schlicht die Orientierung verloren. Doch am Ziel angekommen sind wir jeden Tag und konnten diesen bei einem kleinen Abendessen ausklingen lassen. Die Puste ging uns überraschenderweise nur selten aus und mehr als einmal wurden wir mit dem auffälligem Gepäck und dem Radanhänger bewundert. Das ein oder andere Mal kamen wir mit anderen Radurlaubern oder Touristen ins Gespräch und tauschten uns aus. Auch das sind wunderbare Erfahrungen, die ich lange in Erinnerung behalten werde.

Kein einziges Erlebnis dieser Tour möchte ich missen und ich blicke mit ein wenig Stolz auf uns drei zurück! Wir haben es geschafft und wurden die ganze Zeit von Sonnenschein begleitet! Wir haben eine Menge Erfahrungen gesammelt, sind ein Stück zusammengewachsen, haben ein Stück mehr von der weiten Welt gesehen, ohne weit reisen zu müssen. Der Kleine hat eine Menge Erfahrungen gesammelt und Abenteuer erlebt. In seiner Entwicklung (vor allem in der Sprache und beim Laufen) hat er unglaubliche Sprünge gemacht. Wir alle sind über uns hinaus gewachsen. Und eins steht fest: ich will nochmal los!

Die Eckdaten unserer Fahrradtour

Da ich nicht weiß, mit welchen Produkten meine Schwiegertante unterwegs war, spreche ich bei der Ausstattung lediglich aus meinen persönlichen Erfahrungen.

  • Name des Fernradweges: Nordseeküstenradweg
  • Länge der Strecke: etwas über 300km, von Varel bis Hamburg
  • An- und Abreise: mit dem Zug, hat im Großen und Ganzen problemlos geklappt. Würde ich wieder tun. Lediglich am Abreisetag hatte unser Zug durch eine Umleitung eine Stunde Verspätung.
  • Übernachtungen: die Übernachtungen haben wir vor der Anreise individuell von zu Hause aus gebucht. Je nachdem welche Möglichkeit in der Nähe unserer Strecke lag, waren wir mal im Hotel und mal in Jugendherbergen. Manches Mal haben wir uns gefühlt wie im Himmel. Einmal hingegen haben wir uns auch gesagt: „Naja, ist ja nur für eine Nacht!“ Aber freundlich waren die Menschen in den Unterkünften immer und das ist schließlich die Hauptsache!
  • Fahrräder: ich fahre ein recht gewöhnliches Damen Trekkingrad ohne elektronische Unterstützung, Marke KTM. Es lies sich wunderbar fahren und ich fühle mich super wohl mit meinem Rad. Allerdings ließen Anbauteile wie Ständer und Beleuchtung bei Belastung doch in ihrer Verankerung nach. Würde das Geschäft noch bestehen, würde ich gerne diese Teile reklamieren. Stattdessen wird es hier vor Ort in eine Inspektion und Wartung gehen und alles ist wieder schick. Ich möchte für solche Touren mein Rad nicht mehr tauschen.
  • Radanhänger: Croozer Kid for 1, der ca. 15 kg im leeren Zustand wiegt
  • Fahrradtaschen: „Aqua Back“ von Vaude sowie eine Lenkradtasche von Vaude, die schon einige Jahre und Touren auf dem Buckel hat. Ich bin sehr zufrieden mit beiden Produkten. Für meinen Sohn und mich waren sie völlig ausreichend im Stauraum und gut in der Handhabung!
  • Regenkleidung: eine Kombi aus Hose und Jacke, ebenfalls von Vaude. Im Urlaub nicht getestet, da kein Regen. Auf den kurzen Strecken hier zu Hause bin ich sehr zufrieden. Allerdings sollte die Hose unbedingt eine Nummer größer als gewohnt bestellt werden!

Jetzt bist du gefragt!

Hast du auch schon solch ein Abenteuer erlebt? Kannst du dir vorstellen mit einem Kleinkind eine mehrtägige Radtour zu unternehmen? Hinterlasse doch einen Kommentar! Wir freuen uns sehr auf den Austausch mit dir!


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