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Nordseeküstenradweg – von Varel bis Hamburg [Erfahrungsbericht]

Kitafrei sei Dank – Zeit für Urlaub

Am Anfang habe ich mich tatsächlich etwas geärgert: mit der Kita für unseren zweiten Sohn hat es einfach nicht geklappt. Nach einer super Eingewöhnung (die scheinbar hauptsächlich über eine Springerkraft lief), hat es gar nicht mehr mit der Fremdbetreuung geklappt. So entschieden wir kurzerhand unseren Kleinen aus der Kita wieder abzumelden und die wertvolle Zeit selbst mit ihm zu verbringen. Bei einer kleineren Radtour habe ich an meine erste Etappe am Nordseeküstenradweg gedacht. Prompt hatte ich Lust auf eine Art Wiederholung. Ich wollte noch einmal eine mehrtägige Radtour machen. Danny würde durch seinen Beruf nicht mitkommen können, war aber sofort mit einer Woche „Single-Dasein“ einverstanden. Wo sonst, als bei solch einem Urlaub, können Kinder tolle Erfahrungen sammeln? Stattdessen lud sich meine „Schwiegertante“ mehr oder weniger selbst zum Urlaub ein. Und es stellte sich heraus, dass wir drei ein tolles Team sind.

Auf dem Nordseeküstenradweg – von Varel bis Hamburg

In mehreren Tagesetappen fuhren wir drei von Varel bis nach Hamburg. Mal führte unser Weg direkt am Deich, an Schafen und Rindern vorbei, mal durch riesige Industriegebiete und manchmal durch touristische Hochburgen. Oft hat uns der Weg in kleine Dörfer und vorbei an großen Bauernhöfen geführt. Es gab jeden Tag etwas Neues zu entdecken und uns wurde nie langweilig. Wir entdeckten zum Beispiel einen Dorfladen, der nur bestehen kann, weil er durch Ehrenämter unterstützt wird. Dort haben wir eine lange Pause eingelegt und wurden mit belegten Brötchen versorgt. In anderen Orten gibt es immer wieder ein „Melkhus“, das zum Verweilen einlädt. Da wir viel Zeit für unsere Etappen hatten, legten wir immer wieder längere Pausen ein. So konnte der Kleine mal aus seinem Radanhänger raus und sich ordentlich austoben und wir konnten ein wenig verschnaufen. Besonders gut hat unserem Sohn natürlich die ausgiebige Pause im Zoo in Wingst gefallen.

Manchmal haben wir uns mit dem Weg etwas schwer getan. Nicht, weil uns die Puste ausging, sondern weil wir auf dem platten Land, abseits der touristischen Hochburgen, schlicht die Orientierung verloren. Doch am Ziel angekommen sind wir jeden Tag und konnten diesen bei einem kleinen Abendessen ausklingen lassen. Die Puste ging uns überraschenderweise nur selten aus und mehr als einmal wurden wir mit dem auffälligem Gepäck und dem Radanhänger bewundert. Das ein oder andere Mal kamen wir mit anderen Radurlaubern oder Touristen ins Gespräch und tauschten uns aus. Auch das sind wunderbare Erfahrungen, die ich lange in Erinnerung behalten werde.

Kein einziges Erlebnis dieser Tour möchte ich missen und ich blicke mit ein wenig Stolz auf uns drei zurück! Wir haben es geschafft und wurden die ganze Zeit von Sonnenschein begleitet! Wir haben eine Menge Erfahrungen gesammelt, sind ein Stück zusammengewachsen, haben ein Stück mehr von der weiten Welt gesehen, ohne weit reisen zu müssen. Der Kleine hat eine Menge Erfahrungen gesammelt und Abenteuer erlebt. In seiner Entwicklung (vor allem in der Sprache und beim Laufen) hat er unglaubliche Sprünge gemacht. Wir alle sind über uns hinaus gewachsen. Und eins steht fest: ich will nochmal los!

Die Eckdaten unserer Fahrradtour

Da ich nicht weiß, mit welchen Produkten meine Schwiegertante unterwegs war, spreche ich bei der Ausstattung lediglich aus meinen persönlichen Erfahrungen.

  • Name des Fernradweges: Nordseeküstenradweg
  • Länge der Strecke: etwas über 300km, von Varel bis Hamburg
  • An- und Abreise: mit dem Zug, hat im Großen und Ganzen problemlos geklappt. Würde ich wieder tun. Lediglich am Abreisetag hatte unser Zug durch eine Umleitung eine Stunde Verspätung.
  • Fahrräder: ich fahre ein recht gewöhnliches Damen Trekkingrad ohne elektronische Unterstützung, Marke KTM. Es lies sich wunderbar fahren und ich fühle mich super wohl mit meinem Rad. Allerdings ließen Anbauteile wie Ständer und Beleuchtung bei Belastung doch in ihrer Verankerung nach. Würde das Geschäft noch bestehen, würde ich gerne diese Teile reklamieren. Stattdessen wird es hier vor Ort in eine Inspektion und Wartung gehen und alles ist wieder schick. Ich möchte für solche Touren mein Rad nicht mehr tauschen.
  • Radanhänger: Croozer Kid for 1, der ca. 15 kg im leeren Zustand wiegt
  • Fahrradtaschen: „Aqua Back“ von Vaude sowie eine Lenkradtasche von Vaude, die schon einige Jahre und Touren auf dem Buckel hat. Ich bin sehr zufrieden mit beiden Produkten. Für meinen Sohn und mich waren sie völlig ausreichend im Stauraum und gut in der Handhabung!
  • Regenkleidung: eine Kombi aus Hose und Jacke, ebenfalls von Vaude. Im Urlaub nicht getestet, da kein Regen. Auf den kurzen Strecken hier zu Hause bin ich sehr zufrieden. Allerdings sollte die Hose unbedingt eine Nummer größer als gewohnt bestellt werden!

Jetzt bist du gefragt!

Hast du auch schon solch ein Abenteuer erlebt? Kannst du dir vorstellen mit einem Kleinkind eine mehrtägige Radtour zu unternehmen? Hinterlasse doch einen Kommentar! Wir freuen uns sehr auf den Austausch mit dir!

2 Replies to “Nordseeküstenradweg – von Varel bis Hamburg [Erfahrungsbericht]”

  1. Jetzt bin ich aber neidisch. Ich wollte mit meiner Schwester diesen Sommer von korbach nach Xanten über den Römer Lippe Radweg. Das musste aber wegen Kreislaufproblemen ausfallen 🙁
    Und das, wo ich jetzt endlich ein Fahrrad mit Gepäckträger habe…
    Liebe Grüße

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