Spezielle Wünsche sind auf dem Land manchmal so eine Sache…

An den meisten Tagen bin ich mittlerweile froh auf dem Land zu wohnen. Hier ist es vergleichsweise ruhig, wir kennen unsere Nachbarn beim Namen und wohnen mit vier Generationen in einem recht großen Haus. Dazu kommt noch: In einer Großstadt hätten wir uns den Kauf unseres Kleingartens vermutlich nicht leisten können, bzw. wollen. Mal abgesehen von den ellenlangen Wartelisten und dem (in meinen Augen) häufigen Nachteil der Vereinszugehörigkeit. Hier auf dem Land wurde mein großer Traum vom eigenen Schrebergarten wahr. Doch kaum wusste ich genau was ich wollte, stand ich vor der nächsten Herausforderung. Woher bekomme ich heimische Stauden, die möglichst ökologisch gezogen wurden? Nach einiger Recherche stand fest: hier im Umfeld, erhalte ich meine gewünschten Pflanzen, bis auf wenige Ausnahmen, nicht. Allerdings wurde ich im Internet fündig und nach einigem Überlegen bestellte ich meine Pflanzen tatsächlich per Mausklick. Schließlich macht es die Autorin von „Bin im Garten“, Meike Winnemuth, doch genauso. Was soll schon schiefgehen?

Pflanzen im Internet bestellen – wirklich eine gute Idee?

Für mich als Gartenanfängerin war es gar nicht so einfach zu überblicken, wie viele Pflanzen ich tatsächlich benötige und wie groß die Lieferung sein würde. Daher hab ich immer wieder die Pflanzenbeschreibungen gelesen, nach der lieferbaren Pflanzengröße geschaut, den Merkzettel genutzt und immer wieder neu überdacht. Das hat tatsächlich einige Zeit in Anspruch genommen. In einem Pflanzenhandel, in dem ich die Pflanzen sichten und anfassen, sprich „begreifen“ kann, wäre diese Entscheidungsfindung sicherlich deutlich schneller gegangen. Die tatsächliche Lieferung hat dann jedoch gar nicht auf sich warten lassen. Nach der Hälfte der angegebenen Lieferfrist waren meine Stauden bereits bei mir. 

Zwei große Pakete wurden per Post bis an die Haustür geliefert und von mir dann in den Schrebergarten transportiert. Dann das Auspacken: so viel Verpackungsmaterial! Und nicht alles (die Pflanztöpfe ja sowieso nicht) war plastikfrei. Das hätte ich mir anders gewünscht. 

Enttäuschung und Freude liegen dicht beieinander

Pflanzen im Internet zu bestellen geht also mit einer Menge Müll einher, den ich bei einem Kauf in einem Geschäft vor Ort wohl vermeiden könnte. Doch dieser Vergleich ist sinnlos: ein Geschäft vor Ort mit diesen heimischen und ökologischen Stauden gibt es nicht. Statt mich zu ärgern zog ich also die Freude über die Stauden vor. Die nächste kleine Enttäuschung ließ jedoch nicht auf sich warten: manche dieser Pflanzen hätte ich vor Ort nicht ausgewählt, da die Wurzeln bereits deutlich aus den Pflanztöpfen gewachsen waren. Ware, die ich persönlich in einem Geschäft stehen gelassen hätte. 

Gut, dass mir ein paar Tage zuvor ein Satz begegnet ist, der im Zusammenhang mit der Lebensmittelverschwendung genannt wurde: muss die Ware wirklich immer einhundertprozentig perfekt sein, um meiner würdig zu sein? Nein, muss sie nicht – ich bin schließlich kein ausgebildeter Gärtner, sondern Anfängerin. Also verließ ich mich lieber auf das Wissen und Können der Gärtnerei, schenkte neues Vertrauen und nahm die Pflanzen so wie sie sind. 

Die vielen Überlegungen sowie der Aufwand, den ich mir bei der Bestellung gemacht habe, haben sich gelohnt. Mein Beet ist wunderschön geworden. Und mein Herz hüpft jedes Mal vor Freude, wenn ich es sehe und mir vorstelle, wie es dann erst im nächsten Frühjahr aussehen wird. Es wird blühen und eine Menge Insekten anlocken. Denn was in üblichen Gärtnereien (noch) nicht üblich ist, war für den Händler im Internet eine Selbstverständlichkeit: bei jeder Pflanze den vorhandenen Nutzen für die Insekten anzugeben.  

Was ist also mein Fazit? Hat es sich gelohnt meine Pflanzen im Internet zu bestellen? Ja, ich würde es definitiv wieder tun!


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