Warum es beim Veganismus um mehr als Tierwohl geht

Viele Leute leben nicht vegan. Um ehrlich zu sein: die meisten Leute leben nicht vegan. Und um noch ehrlicher zu sein, habe ich meinen Veganismus zwischendurch aufgegeben und fange gerade wieder an, mich neu zu gewöhnen. Einerseits habe ich das Gefühl, dass dieser zweite Schritt in Richtung Veganismus für mich einfacher ist, weil ich die meisten Kommentare und Sprüche sowie Fragen schon beim ersten Mal gehört habe. Außerdem habe ich bereits einiges an veganen Rezepten im petto. Andererseits ist es dieses Mal schwerer. Der Veganismus scheint bei mir im Herzen angekommen zu sein, nicht mehr nur im Kopf. Veganismus ist meine Herzensangelegenheit geworden. Darum mache ich jetzt etwas, das mir noch vor ein paar Jahren schwer gefallen ist: ich gehe offener mit dem Thema um, auch im Netz. Hier und Jetzt. Veganismus ist schließlich mehr als Tierwohl.

Immer wieder fällt mir auf, dass Veganismus mit (übertriebener) Tierliebe gleichgestellt wird. Und ja, natürlich ist es schön ein Tierleben zu retten, in dem ich auf die Salami und das Frühstücksei verzichte. Doch beim Veganismus geht es um viel mehr. Unsere Ernährung hängt unmittelbar mit politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen zusammen. Unser Einkaufszettel ist ein Stimmzettel – immer. Beim Einkauf entscheiden wir über die (zukünftige) Gestaltung unserer Welt. Lasst uns anfangen und diesen Stimmzettel nutzen. Lasst uns politisch essen. Wir alle können häufiger vegan und nachhaltig kochen, viel öfter bewusst einkaufen. So können wir die Welt verändern, für uns und unsere Kinder, für alle Lebewesen dieser Welt.

Im Folgenden nenne ich drei Gründen, warum Veganismus nicht nur für deine Gesundheit gut und viel mehr als Tierwohl ist.

Schädliche Treibhausgase durch unsere Ernährung

Nicht nur Fliegen und Autofahren sind schädlich für das Klima. Auch die Produktion von Nahrungsmitteln verursacht Treibhausgase und der größte Anteil dieser Emissionen entsteht durch die Haltung von Nutztieren. Die Tiere scheiden einerseits klimaschädliches Methan aus und andererseits werden systematisch Wälder abgeholzt, um Weide- sowie Anbauflächen für Futtermittel zu erweitern. Der Anteil der Treibhausgase, der durch unsere Ernährung entsteht, kann deutlich reduziert werden, wenn wir pflanzliche Lebensmittel wählen.

Hoher Wasserverbrauch, den wir nicht sehen

Kennst du den Begriff virtuelles Wasser? Damit ist der Wasserverbrauch gemeint, den wir durch unser tägliches Handeln benötigen, aber nicht direkt sehen, wie zum Beispiel beim Anbau unserer Lebensmittel, die wir im Supermarkt kaufen. Für ein Kilo Rindfleisch benötigt man in der Herstellung mehr als 15.000 Liter Wasser. Ein Kilo Schweinefleisch verbraucht immerhin knappe 5.000 Liter. Dabei ist das Wasser für die Reinigung der Ställe und Schlachthäuser nicht mit eingerechnet. Und obwohl Avocados, sowie Bananen ebenfalls einen hohen Wasserverbrauch verzeichnen, benötigt die vegane Ernährung insgesamt viel weniger virtuelles Wasser und schon somit eine der wichtigsten Ressourcen dieser Erde.

Ressourcenverschwendung und der Erdüberlastungstag

Die Ressourcen unserer Erde sind endlich. Bereits am 3. Mai 2019 hat Deutschland die Ressourcen verwendet, die für ein ganzes Jahr hätten reichen müssen. Das heißt, dass wir bereits jetzt auf Kosten unserer Kinder und vieler weiterer Menschen leben. Wir bräuchten drei Erden, um so weiter machen zu können. Die haben wir nicht. Deshalb esse ich keine tierischen Produkte mehr. Die Haltung von Nutztieren ist nämlich absolut ineffizient. Für ein Kilogramm Fleischprotein werden 11 mal so viele fossile Energien verbraucht wie für ein Kilogramm Pflanzenprotein und 100 mal mehr Wasser.

Weitere Informationen findest du hier:


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