Ist „Zero Waste“ nur für Vollzeit-Mütter umsetzbar?

Manches Mal bringen mich ausgerechnet die Fragen von Freunden und Familienmitgliedern aus dem Konzept. Vor allem dann, wenn es um unseren aktuellen Alltag geht: ich bin eine Vollzeit-Mama. Und ich achte gemeinsam mit meinem Mann Danny (und unseren Kids) auf einen nachhaltigen Lebensstil. Seit ein paar Monaten verzichten wir konsequent auf Plastikverpackungen – somit auch auf gekaufte Kekse, Plätzchen und Co. Daraus ergibt sich, dass ich regelmäßig in der Küche stehe und selbst welche backe. Backen macht mir wirklich viel Spaß und wird von mir nur selten als aufwändig empfunden. Meistens entspanne ich einfach dabei oder lausche einem Podcast. Dann tauchte plötzlich folgende Frage auf:

„Wie stellst du dir das nur alles vor, wenn du wieder arbeiten gehst?“

Ehrlich gesagt hatte ich mir darüber bislang nur wenig Gedanken gemacht. Denn Zeit ist momentan etwas, über das ich (relativ) frei verfügen kann. Ich kann mir meine Zeit selbst gestalten und befinde mich nicht mindestens 8 Stunden täglich außer Haus. Meine spontane Antwort auf die Frage war: „Weiß ich nicht, das sehe ich dann. Aber momentan geht es, also setze ich so viel um, wie möglich!“

Im Nachhinein ist mir klar geworden, dass ich mir jetzt schon Gedanken zu weniger Müll im Arbeitsalltag machen sollte. Denn wenn ich mir bereits jetzt einige Abläufe angewöhne, werden sie auch später noch „normal“ für mich und meine Familie sein. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier.

Meine Gedanken habe ich in einer Liste gesammelt, so dass auch du etwas davon hast. Schließlich bin ich überzeugt, dass ein Lifestyle mit weniger Müll und dafür mehr Nachhaltigkeit nicht nur etwas für Vollzeit-Mütter ist.

Zero Waste für Berufstätige – so klappt es!
  1. Prioritäten setzen: nicht alles lässt sich immer (und auf einmal) umsetzen. Also müssen Prioritäten gesetzt werden. Welche Bereiche sind dir beim Thema Nachhaltigkeit besonders wichtig? Schenke diesen mehr Zeit und widme dich den anderen Bereichen nach und nach. Nicht alles muss auf einmal klappen!
  2. Den Überblick behalten: ein nachhaltiger Lebensstil ist nicht ohne etwas Organisation und Vorausdenken möglich. Zum Beispiel macht ein Besuch im Unverpacktladen nur Sinn, wenn du (ausreichend) Gefäße für deine Produkte dabei hast.
  3. Organisieren: wenn der Besuch beim Wochenmarkt zeitlich einfach nicht möglich ist, dann kannst du dich etwas anders organisieren. Probiere doch zum Beispiel eine Obst- und Gemüsekiste im Abo aus. Oder bitte jemanden, der sowieso zum Wochenmarkt geht, dir deine Lebensmittel mitzubringen.
  4. Netzwerken: ein gutes und tragfähiges Netzwerk ist nicht nur beruflich von Vorteil. Vor allem im Sommer wurde uns unser bereits vorhandenes Netzwerk bewusst. So gab es in der Nachbarschaft einen regen Tausch von Informationen, Obst zum Selberpflücken, Kinderstühlen und Büchern. Dadurch konnten wir (viel!) Geld und Müll sparen, da wir fast kein Obst und Gemüse mehr kaufen mussten. Bücher und Kinderspielzeuge sowie -Kleidung machen mehrere Kinderzeitalter mit. Auch in diesem Bereich können folglich einige Ressourcen gespart werden.
  5. Gemeinsam tun: Zeit ist für alle Menschen begrenzt. Stehst du auch manchmal vor der Frage, ob du heute zum Beispiel Plätzchen backen willst (um Verpackung zu sparen), etwas selber machen oder dich mit Freunden treffen willst? Dann tut es gemeinsam! So könnt ihr von einander lernen und eine schöne Zeit miteinander verbringen! Warum sollten wir uns immer nur in irgendwelchen Cafés gegenüber sitzen, statt gemeinsam zu handeln?

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